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verlagsheft2019

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Das Glück kann man lernen

Buch hilft, die Angst vor einem Tabuthema zu nehmen

Die in Halle lebende Autorin Annegret Winkel-Schmelz hat sich in ihrem neuesten Buch einem Thema zugewandt, das für viele Menschen noch immer ein Tabu ist: Psychische Erkrankungen.
Als Tochter von Lothar Winkel, des Leiters der Volksbuchhandlung in der einstigen Bezirksstadt, lernte sie durch zahlreiche Begegnungen früh den Literaturbetrieb kennen, wurde selbst Autorin, arbeitete im Hauptberuf als Bibliotheksassistentin.
Eine psychische Erkrankung warf sie aus der geplanten Lebensbahn. Klinikaufenthalte, Berentung. Aufgeben kam für die Mutter zweier Kinder nicht infrage. 2002 gründete Winkel-Schmelz die Schreibgruppe REGENBOGEN, gab mit ähnlich Betroffenen u.a. eine Hörbuch-CD heraus. Eigene Werke, wie das Buch „Angekommen im Nirgendwo“ und der Lyrikband „nacht falten“ entstanden parallel zur Selbsthilfearbeit und den täglichen Mühen, das Leben zu meistern.
Neben Erfolgen gab es auch gesundheitliche Rückfälle. Ein Anker in solchen schwierigen Zeiten war die Fontane-Klinik, Psychosomatische Rehabilitationsklinik im brandenburgischen Motzen. Es entstand ein besonderes Vertrauensverhältnis – auch seitens der Klinik-Leitung zur Patientin. Winkel-Schmelz wurde im vergangenen Jahr beauftragt, die Geschichte der Klinik aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens im Fontane-Jahr aufzuschreiben. Das Ergebnis ist Chronik, Fachbuch und Erlebnisbericht zugleich auf etwa 150 Seiten im A4-Format. Zahlreiche Abbildungen veranschaulichen den Inhalt.
Es gelingt der Autorin, die Grundgedanken der Arbeit in Motzen nüchtern, wissenschaftlich und doch verständlich darzulegen. Dennoch spart sie ihre eigene Lebensgeschichte mit der Erkrankung nicht aus.
Viele Passagen des Buches sind dazu angetan, dem Leser die Angst vor dem Tabuthema „Psychische Erkrankung“, zu nehmen. Winkel-Schmelz geht sowohl auf Ursachen ein, die auch einen Hintergrund in der Gesellschaft haben können, als auch auf das in der Klinik praktizierte Prinzip der Ganzheit, wenn es um die Behandlung geht.
„Was wird z. B. nach dem stationären Aufenthalt in der geschützten Atmosphäre der Einrichtung?“ Man erfährt: Die Hoffnung des Personals liegt u.a. auf erworbenen Verhaltensänderungen und Eigenverantwortlichkeit der Patienten. Doch ist es damit geschafft? „Wer aufhört Fehler zu machen, lernt nichts mehr dazu“, zitiert Winkel-Schmelz Fontane in diesem Zusammenhang. Viele Betroffene werden wohl ihr Leben lang auf dem Weg der Heilung bleiben, ohne je ans Ziel zu gelangen. Aber wäre das ein Grund zu resignieren? Der Weg ist das Leben, mit allen Freuden, mit allen individuellen Besonderheiten und auch mit allen Unwägbarkeiten.
Winkel-Schmelz bringt dem Leser die Psychosomatische Fachklinik in Motzen mit ihren drei Fachabteilungen, der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen, der Psychosomatischen Abteilung und der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychosomatik, als einen Ort des Helfens und der Geborgenheit nahe. Dabei gelingt es ihr zudem, immer wieder mit Zitaten den Bogen zum Namensgeber der Einrichtung zu spannen.
Könnte Fontane heute erneut durch die Mark Brandenburg wandern, stände sicher auch ein Besuch in Motzen auf seinem Programm. Er würde mit Personal und Patienten ins Gespräch kommen, wie dies auch die Hallesche Autorin Annegret Winkel-Schmelz getan hat, und in der nach ihm benannten Klinik möglicherweise u.a. diese zwei seiner Aussprüche von damals bestätigt sehen:

„Wer ein Ziel will, darf den Weg nicht scheuen, er sei glatt oder rauh.“
Oder:
„Und ich habe einmal gelesen, man könne das Glück lernen. Das hat mir gefallen.“

Peter Hoffmann

erschien im dorise-Verlag ISBN: 978-3-946219-46-0
16,80 Euro

   
© dorise-Verlag

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