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verlagsheft2019

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Der Froschkönig im Schulbus

Der Froschkönig im Schulbus

Die Wunderkraft der Suppe Es war einmal eine Frau, die war bekannt für ihre köstlichen Suppen. Für einen Teller davon kamen die Menschen von nah und fern. Sie alle fanden Platz am großen Tisch, löffelten die Suppe, lobten die Köchin und lachten mit deren Mann und Kindern.
Die Familie war stolz auf die Kochkünste der Hausherrin und ihre Freigiebigkeit, denn sie machten den Alltag fröhlicher.
Jahre vergingen, und damit änderte sich auch das Leben der beliebten Köchin. Zuerst verließen die Kinder das Haus, dann starb ihr Mann. Die Frau war traurig und fühlte sich allein. Von Tag zu Tag verlor sie immer mehr die Freude am Kochen und schließlich schmeckten ihr die eigenen Suppen nicht mehr.
Auch die Gäste, die früher immer gern zu ihr gekommen waren, blieben nach und nach weg. Und so fristete die Frau bald ein einsames Dasein zurückgezogen von aller Welt.
Doch eines Tages, an einem kalten und regnerischen Novemberabend, klopfte ein Junge an ihre Tür. „Ich habe meine Eltern verloren und irre schon seit Stunden durch die Dunkelheit. Kann ich vielleicht ins Haus kommen und mich ein bisschen aufwärmen“, sagte er.
Als die Frau sah, wie erschöpft der Junge war, ließ sie ihn ein und kochte ihm eine Suppe. Gierig verschlang das Kind gleich zwei Teller davon.
„Hat es denn geschmeckt?“, fragte die Frau. „Die Suppe war wirklich gut, aber irgendetwas hat mir daran gefehlt, vielleicht Gemüse. Kann sein, ich hab noch ein bisschen aus unserem Garten dabei“, antwortete der Junge.
Mit diesen Worten durchsuchte er seine Jackentaschen und fand darin doch tatsächlich ein paar Erbsen, Bohnen und getrocknete Tomaten.
Die Frau wusch das Gemüse und tat es in die Suppe. Anschließend machte sie ihrem Gast in der Stube einen Schlafplatz zurecht. Der Junge schlief sofort ein, und auch die Frau legte sich hin.
Aber schon wenig später wurde sie von einem Klopfen geweckt. Vor der Tür stand ein alter Mann in abgerissener Kleidung. „Ich habe alles verloren, was ich besessen habe“, sagte er mit brüchiger Stimme. „Könnte ich vielleicht die Nacht unter deinem Dach verbringen?“
Die Frau ließ ihn eintreten und gab auch dem Alten von der Suppe zu essen. Nachdem er den ersten Teller geleert hatte, sagte er: „Danke für die warme Suppe, sie war köstlich. Doch mit ein paar Kräuterlein würde sie wohl noch besser schmecken.“
Und schon stülpte er seine Jackentaschen um. Dabei fanden sich wirklich ein paar Kräuter, die er unterwegs gesammelt hatte. Die Frau wusch sie, hackte sie klein und rührte sie in die Suppe.
Dann gab sie dem Alten Kissen und Decke, damit er sich auf dem Sessel in der Stube ein Nachtlager einrichten konnte.
Die Hausherrin jedoch lag noch lange schlaflos in ihrem Bett. Sie dachte über ihre Gäste nach und fragte sich, was wohl passiert war, dass sie beide so heimatlos und allein durch die Welt irrten.
Als die Frau gegen Morgen endlich eingeschlafen war, wurde sie erneut durch ein Pochen an der Haustür geweckt. Als sie öffnete, stand vor ihr eine blasse junge Frau.
Auch sie durfte hereinkommen und wurde bewirtet. Nachdem die Fremde aufgegessen hatte, schaute sie die Köchin dankbar an und sagte: „Was für eine wunderbare Suppe! Ich habe schon lange nicht mehr so etwas Gutes gegessen. Nur eine Prise Salz fehlt vielleicht noch.“
Und schon begann sie wie alle anderen Besucher vor ihr in den Jackentaschen zu kramen und zog schließlich ein winziges Tütchen Salz hervor, von dem die Köchin etwas in den Topf streute.
Anschließend rührte sie alles kräftig um und nahm sich selbst etwas davon. Und siehe da – zum ersten Mal seit langer Zeit schmeckte es ihr wieder …
Als die Frau am nächsten Tag den Rest der Suppe gemeinsam mit ihren drei Gästen verspeiste, glaubte sie, noch nie im Leben so etwas Schmackhaftes gegessen zu haben.
Aber nicht nur das Essen, zu dem alle etwas beigetragen hatten, tat ihr gut, sondern auch, dass sie nicht mehr allein am Tisch saß. Es wurde erzählt und sogar gelacht – geradeso wie in jenen Tagen, als Mann und Kinder noch da waren.

   
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